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Rot: gefahren Blau: Schiff Grün: Flieger
Gefahrene Miles: 34'500 Gefahrene Km: 55'200 Tage on the Road: 390 Von Zürich-Kloten via Frankfurt brachte uns der 11-stündige Flug am 6. April 1999 nach Los Angeles. Hier genossen wir vier herrliche Tage an der Beach, wo wir einfach einmal abschalteten und uns seelisch auf die bevorstehenden Schulwochen vorbereiteten.
Im Glauben, Los Angeles für längere Zeit goodbye gesagt zu haben, flogen wir nach Chicago - "the windy city", wo wir wegen unseres verloren gegangenen Gepäcks vier nervenaufreibende Tage verbrachten. Um ein Gepäckstück und einige wichtige Utensilien ärmer, packten wir unseren doch noch rechtzeitig eingetroffenen Töff und Anhänger und fuhren los Richtung Toronto, wo wir in Barrie für zehn Wochen die Schulbank drückten und fleissig Englisch büffelten.
Und dann, am 27. Juni 1999 war es endlich soweit: Unsere effektive Reise konnte endlich losgehen! Durch den Algonquin N.P. fuhren wir Richtung Nordosten, durchquerten Ottawa, Montreal und Quebec und folgten dann dem Nordufer des St. Lawrence-Stroms bis nach Les Escoumins. Nicht ganz problemlos war das Verladen unseres Töffs und Anhänger auf die Fähre, welche uns hinüber nach Trois-Pistoles auf die Gaspé Halbinsel brachte.
Alles der Küste entlang entdeckten wir die Halbinsel in der Provinz Quebec und somit das etwas andere - französisch sprechende - Kanada. Nach einem Abstecher in den eindrücklichen, durch seine riesigen Gezeitenunterschiede bekannten Fundy N.P., welcher in der Provinz New Brunswick liegt, ging es über die neu eröffnete Confederation Bridge weiter nach Prince Edward Island. Einige Tage schauten wir uns auf der kleinen "Potato-Island" um, bevor wir mit der Fähre nach Nova Scotia übersetzten.
Wir freuten uns riesig auf den vor uns liegenden "Cape Code Trail" welcher sich der nordöstlichen Küste entlang windet und worüber wir schon so einiges gelesen haben. Doch dazu sollte es leider nicht mehr kommen, denn nur wenige Kilometer nach unserer Abfahrt kam es zu einem folgeschweren Unfall, der unsere ganzen Reisepläne mit einem Schlag zunichte machte. Töff und Anhänger waren nur noch Schrott und nach einem kurzen Spitalaufenthalt flogen wir nach Barrie zurück, wo wir uns erst einmal von unserem Schrecken und den schlimmsten Verletzungen erholen mussten. Wir hatten während diesen vier Wochen genügend Zeit uns hier über den Sinn einer Fortsetzung unserer Reise Gedanken zu machen.
"Don't give up! Face your fears, live your dreams!" hiess unsere Devise und so flogen wir fest entschlossen nach Los Angeles zurück, von wo aus wir unsere Reise mit unserer neuen, schneeweissen Honda Goldwing fortsetzten. Doch die einfach nicht heilen wollenden Unfallverletzungen zwangen uns schliesslich, nach einem achtwöchigen Rundtrip durch die Rocky Mountains und Kanada, Anfang November für zwei Monate in die Schweiz zurückzukehren.
Mit neuer Motivation und Ideen starteten wir am 7. Januar 2000 von Los Angeles aus mit unserer neuen Errungenschaft "Little Sunshine" - ein schnuckelig kleiner Camper - zu unserer Mexico Etappe. Kreuz und quer erkundeten wir in unserem neuen Zuhause auf Rädern die Baja California und freundeten uns mit der lockeren, mexikanischen Mentalität an. Von La Paz aus, setzten Marco und ich auf getrennten "Wegen" auf das mexikanische Festland, nach Los Mochis über, von wo aus wir einen erlebnisreichen, 3-tägigen Ausflug in den Cooper Canyon machten.
Alles der mexikanischen Westküste entlang gelangten wir nach Manzanillo und von da aus auf der MEX54 nordostwärts bis zum Laguna de Chapala, südlich von Gudalajara. Wir genossen den zweiwöchigen Aufenthalt im Mexikaner-Dörfchen San Antonio Tlayacapan, bevor wir über die Sierre Madre Oriental und Ciudad Victoria Richtung US-Grenze weiterzogen. Mit gemischten Gefühlen tauchten wir nach dem nervigen Behördenmaraton an der US-Mexikanischen-Grenze in das hektische Grossstadtchaos von Brownsville ein.
Über das texanische San Antonio fuhren wir durch den Big Bend N.P. und den Organ Pipe N.P. der Mexikanischen Grenze entlang zurück nach Los Angeles. Und von nun an ging die Reise mit beiden Fahrzeugen weiter. Marco freute sich schon seit Wochen darauf, endlich wieder Töff fahren zu können und ich machte es mir auf unserer Fahrt über die Rocky Mountains in "Little Sunshine" bequem. Trotz anfänglicher Bedenken fanden wir eine für uns beide akzeptable "Konvoi-Fahr-Lösung" und wir genossen es, mit unseren beiden Fahrzeugen "Figgi-und-Müli" zu haben.
Ein paar Mal gönnten wir auch unseren geplagten Fahrzeugen eine Ruhepause und so machten wir auf ein paar Ausflügen Bekanntschaft mit den Nordamerikanischen Bahnen. Wir fuhren beispielsweise mit der Grand Canyon Railroad zum Südrand des Grand Canyons, mit der Dampfeisenbahn von Durango nach Silverton und mit der Zahnradbahn auf den 4'233 m hohen Pikes Peak. Es war jedesmal ein tolles Erlebnis und wir genossen es, für einmal einfach zurückzulehnen und die Natur zu geniessen.
Von Colorado Springs aus folgten wir den Rocky Mountains nordwärts, machten einen Abstecher auf den 4'280 m hohen Mount Evans - die höchste Strasse in US - und in den Rocky Mountains N.P., bevor wir südlich von Cheyenne die Grenze zu Wyoming überquerten.
Vorbei am historischen Fort Laramie ging unsere Reise in den Bundesstaat South Dakota, wo wir neben dem bekannten Mount Rushmore einen Abstecher in den Badlands N.P. und in den wunderschönen Custer S.P. machten. Der absolute Höhepunkt war jedoch unsere Teilnahme am alljährlichen Volksmarsch zum Crazy Horse Monument. Hier auf seinem ausgestreckten Arm kann man dem grossen Manitou ganz tief in die Augen und die Nasenlöcher gucken.
Quer über die Rocky Mountains von Montana gelangten wir in den nördlichen Zipfel von Idaho und dann über die Grenze nach British Columbia/Canada. Bei unseren Freunden Lisa & Andy in Salmon Arm bereiteten wir uns auf unseren bevorstehenden Alaska-Trip vor. Während dieser Zeit stellten wir hier den Töff ein und setzten unsere Reise in "Little Sunshine" Richtung Norden fort. Weiter durch die Nationalparks Mt. Revelstoke, Glacier, Yoho, Banff und Jasper fuhren wir mit einem Abstecher in den Wells Gray und den Bowron Provincial Park nordwärts nach Prince George.
Nun konnten wir es kaum noch erwarten, bis wir endlich unser nördlichstes Ziel - Alaska - erreichten. Auf dem Yellowhead Highway 16 ging es nordwärts. Stewart-Cassiar Highway hiess das Abenteuer, welches da als nächste Herausforderung vor uns stand und die uns entgegenkommenden, schweinedreckigen Camper liessen Schreckliches erahnen. Doch trotz der teils matschigen Strecke ging alles gut und wir liessen uns auch einen Abstecher nach Stewart-Hyder nicht entgehen, wo wir mit ein paar tollen Bärenbeobachtungen belohnt wurden.
Nach diesem kurzen Alaska-Schnupper-Abstecher brachte uns der zweite Teil des Stewart-Cassiar Highway hinauf nach Watson Lake. Auf dem legendären Alaska Highway ging unsere Reise über Whitehorse nach Skagway weiter und von da aus fuhren wir mit der Fähre nach Haines. Durch den Kluane N.P. und über Haines Jct. gelangten wir zurück nach Whitehorse, wo wir uns mit Schweizer Freunden trafen, die uns ein Stück auf unserer Reise begleiteten. Entlang des Yukon Rivers fuhren wir nach Dawson City, wo wir uns wie die Pioniere von anno dazumal im Goldschürfen versuchten, bevor wir unsere Reise über den "Top of the world Highway" nach Alaska fortsetzten.
In Tok trennten sich unsere Wege wieder und wir beide fuhren dem Wrangell-St.Elias N.P. entlang weiter nach Valdez. Trotz dem dreitägigen Dauerregen genossen wir eine erlebnisreiche Schiffstour zum Columbia Gletscher. Über Anchorage führte uns der Highway dem Turnagain Arm entlang auf die Kenai Halbinsel. Kreuz und quer kurvten wir durch diesen herrlichen Teil von Alaska und gönnten uns in Seward eine weitere, faszinierende Schiffstour zum Holgate Gletscher, welcher zum imposanten Harding Icefield gehört. Ein weiterer Höhepunkt unserer Alaska-Reise war zweifellos der Flug in den Katmai N.P. wo wir aus nächster Nähe Bären beobachten und unser anschliessender, 10-tägiger Aufenthalt im Denali N.P. Durch viele, unglaublich tolle Eindrücke und Erlebnisse reicher fuhren wir nach Fairbanks - den nördlichsten Punkt unserer Reise - und von nun an ging's nur noch südwärts.
In Haines verluden wir "Little Sunshine" ein weiteres Mal auf die Fähre und genossen eine 2-tägige Fahrt durch die Inside Passage bis nach Prince Rupert. Noch einmal führte uns der Weg Richtung Salmon Arm, durch die jetzt in den wunderschönsten Herbstfarben leuchtenden Jasper und Banff Nationalparks. Der nahende Winter liess uns nach einem kurzen Aufenthalt in Salmon Arm von unseren Freunden Lisa + Andy Abschied nehmen und trieb uns zügig weiter Richtung Süden.
Von nun an ging unsere Reise wieder mit beiden Fahrzeugen weiter, alles der traumhaft schönen Pazifikküste entlang bis nach Los Angeles. Hier trennten wir uns mit schwerem Herzen von unserem treuen Gefährten "Little Sunshine". Die Honda Goldwing stellten wir bis zu unserer nächsten USA-Reise hier in Los Angeles ein und dann ging das letzte Stück unserer Reise in einem nicht so ganz geräumigen Mietauto weiter zu unseren Verwandten Nicole, Kodzo und deren Kinder nach Phoenix/Arizona. Noch einmal tankten wir Sonne und Wärme, genossen die herzliche Gastfreundschaft und spielten mit den Kindern, bevor wir unter Krokodilstränen Abschied nahmen und unsere 18-monatige Traumreise mit dem Flug zurück in die Schweiz endgültig beendeten.