Route Yukon - Alaska


Gesamtreisezeit:   37 Tage  (20. Juli - 25. Aug. 2000)

Gesamtstrecke:    4'715 km  (2'947 miles)

Route:
Whitehorse - "Bear Glacier" - Skagway - "Ferry Skagway - Haines" - Haines - "Chilkat S.P." • "Tatshenshini Alsek P.P." • "Kluane N.P." - Kathleen Lake / Kluane N.P. - Whitehorse - "Takhini Hot Springs" • "SS Klondike Raddampfer" • "Five Finger Rapids" - Minto - Dawson City - "Midnight Dome" • "Dredge No. 4" • "Goldmining Tour" • "Top of the World Hwy" - Tok - "Wrangell-Saint Elias N.P." • "Alaska Pipeline" • "Worthington Glacier" - Valdez - "Prince William Sound Cruise Tour" • " Columbia Glacier" • "Crooked Creek / Salmon Run" • "Keystone Canyon / Horsetail + Bridal Falls" • "Matanuska Glacier" - Matanuska Glacier - "Bird Creek / Salmon Run" • "Portage Glacier" - Williwaw S.P. - "Chugach N.F." • "Exit Glacier / Harding Icefield" • "Kenai Fjords N.P." - Seward - "Kenai Fjords Cruise Tour" • "Holgate Glacier / Harding Icefield" • "Sealife Quest Center" - Hidden Lake S.P. - Hope - Williwaw S.P. / Portage Glacier - "Whittier" • "Williwaw Creek / Salmon Run" - Anchorage - "Public Lands Inform.Center" • "Alaska Experience Theatre" • "Alaska Earthquake Exhibit" • "Alaska Native Heritage Center" - Peterson Lake S.P. - "Kenai Old Town" - Ninilchik S.P. - Homer Spit - "Pratt Museum" • "Valley of 10'000 Smokes / Katmai N.P." • "Baer-Watching Katmai River / Katmai N.P." - Williwaw S.P. / Portage Glacier - Willow

Karte Route Yukon - Alaska

Das Wetter ist wieder einmal zum Heulen als wir heute morgen unsere Köpfe aus dem Fenster strecken. Nebel, Regen und dicke Wolken begleiten uns auf unserer Fahrt Richtung Whitehorse. Die heutige Etappe ist eine regelrechte Zick-Zack-Fahrt zwischen Yukon und British Columbia. Die ersten Nummernschilder aus Alaska tauchen auf und machen uns bewusst, dass unser nördlichstes Ziel nicht mehr weit entfernt ist.

In Whitehorse auf dem sehr gepflegten Sourdough Country-Campground (www.sourdough.yk.ca) werden wir mit einem freundlichen "Gruezi mitenand!" von den Schweizer Auswanderern Evie und Herbert empfangen. Voller Bewunderung bestaunen wir die phantastischen Holzschnitzereien sowie die Tierfotos von Herbert und die schlichten Indianer-Schmuckstücke von Evie, welche die beiden während den langen Wintermonaten hier im Yukon herstellen und im hauseigenen Museum zum Verkauf anbieten.

Auf dem legendären Klondike Highway geht unsere Reise weiter Richtung Skagway, wo wir bei einem kurzen "Bisli-Halt" auf Hedi und John treffen, die wir von unserer Mexico-Reise her kennen. Sie kommen gerade von Skagway und geben uns ein paar gute Tips mit auf die Reise. Die Fahrt über den White Pass hinunter nach Skagway ist wunderschön und mittlerweile hat es auch aufgehört zu Regnen, ja ab und zu "güggselt" sogar die Sonne durch die lichte Wolkendecke.

Unmittelbar nachdem wir uns einen Stellplatz auf einem der knallvollen Campgrounds gesichert haben, schlendern wir zur Fährstation um für morgen eine Fährfahrt von Skagway nach Haines zu buchen. Die Zeit bis zu unserer Weiterreise verbringen wir wie die meisten Touristen mit Shopping. Gerne wären wir noch ein paar Schritte auf dem Klondike Gold Rush Trail Richtung Chilkoot Pass hinauf gewandert, doch das allmählich wieder schlechter werdende Wetter hält uns davon ab. Skagway war zur Gold Rush Zeit eine pulsierende City und für viele Glücksuchende das Tor zum grossen Reichtum, welcher jedoch den meisten von ihnen verwehrt blieb. Heute gibt es hier unzählige Souvenir-Shops, voll mit Krimskrams, die von Touristen angepeilt werden.

Begleitet von dicken Nebelschwaden und Nieselregen setzen wir per Fähre von Skagway nach Haines über. Das nasskalte Schmuddelwetter drückt so langsam aber sicher auf unsere Stimmung und statt einer Dorfbesichtigung ziehen wir es vor, uns unter die warmen Decken zu verkriechen und davon zu träumen, wie schön es hier mit all den Gletscherbergen wohl sein muss.

In zügiger Fahrt hüpfen wir heute von einer Grenze zur anderen. Wir starten in Haines/USA überqueren bei Porcupine die Grenze zu British Columbia/Canada (Achtung: 1 Std. Zeitverschiebung!) und landen schlussendlich im Yukon. Nur gut, dass die hier diesen grenzüberschreitenden Terror nicht kennen. Alles läuft glatt und wir kommen zügig voran. Der wunderschönen Kathleen Lake Campground im Kluane Nationalpark ist für heute das Ende unserer Tages-Etappe und wir nutzen die Gelegenheit und nehmen an einem gemütlichen Lagerfeuer Vortrag über Bären teil. (siehe Yukon-Alaska / Campfire Talk am Kathleen Lake)

Auf unserer Fahrt zurück nach Whitehorse sitzen wir wieder einmal in der ersten Reihe, als sich ein Grizzly-Bär am Strassenrand ein genüssliches Mahl gönnt und mit seiner Anwesenheit einen fürchterlichen Verkehrstau auslösst. Wir vertreiben uns die Zeit in Whitehorse mit einem Stadtrundgang und einer Besichtigung des Raddampfers SS Klondike, welcher zur Zeit des Gold Rushes Passagiere und Güter auf dem Yukon River hinauf nach Dawson City transportierte. Hier in Whitehorse haben wir uns mit Peter Eglauf, seiner Frau Irene und deren Sohn Silas verabredet, welche uns ein paar Tage auf unserer Reise durch den Yukon begleiten werden.

Über den Klondike Highway gelangen wir, mit einem Stopp bei den Five Finger Rapids, hinauf nach Dawson City, wo wir uns zusammen mit den Eglauf's die Dredge No. 4 (Goldschürf-Bagger) ansehen und uns anschliessend "voll Kräse" (übersetzt: absolut toll) mit Silas im Goldwaschen üben. Wow, wir werden sogar fündig und dürfen die glitzernden Goldflimmer als Andenken mitnehmen. Nun ist Silas nicht mehr zu bremsen und mit seinem Lieblings-Song: "She got the whole world..." liegt er uns ununterbrochen in den Ohren. Wie schön sich Kinder doch noch freuen können!

Für unsere Fahrt über den "Top of the World Highway" schenkt uns Petrus auch heute wieder einen trockenen, sonnigen Tag und wir geniessen die holprige aber dennoch traumhaft schöne Fahrt hinüber nach Alaska. Kurz vor Boundary ist es schliesslich soweit, wir überqueren die Grenze zu Alaska/USA, wo wir die nächsten Wochen unterwegs sein werden. In dem kleinen Shop mit dem Schild "The best Coffee in Town" - es gibt ja nur diesen hier - sehen wir uns um. Das ist nicht bloss eine Tankstelle und ein Shop, sondern ein echtes Stück Lebensart. Ein Schuppen, irgendwo in the middle of nowhere am "Top of the World Highway", in dem das ganze Leben und Sterben des 15 Seelen zählenden Dorfes am Tresen geregelt wird. Denn was der Jack auf den 50 Quadratmetern nicht verkauft, braucht auch niemand. Von Gewehren, Chilibohnen und Bärenspray über Windeln, Romane und Puppenkleider bis hin zu Hamburger, Brennholz und Präservativen - Jack hat alle Lebenssituationen fest im Griff. Ein Schild mit rauchendem Colt weist darauf hin, dass er bei Überfällen nicht lange mit dem Notruf 911 rummacht, sondern gleich selber handelt!

In Tok trennen sich unsere Wege wieder. Eglauf's fahren Richtung Fairbanks weiter und vor uns steht die unsagbare Weite von Alaska. Vorbei am Wrangell-Saint Elias Nationalpark geht's hinunter nach Glennallen und von dort aus alles der silbrig glänzenden Alaska-Pipeline entlang bis nach Valdez. Keiner hier im Dorf äussert sich wirklich zum schrecklichen Tankerunfall, welcher sich vor 11 Jahren hier vor Valdez ereignete und dazumal den gesamten Prince William Sound verschmutzte. Alle reden sie nur vom "Oil spill", so als ob gerade mal jemand ein Tässchen Kaffee verschüttet hätte. Die Bewohner hier wurden mit Geld zum Schweigen gebracht! Und so ist der geschäftige Hafen des rund 4'100 Einwohner zählenden Valdez auch heute noch vom florierenden Ölgeschäft geprägt. Wesentlich mehr Informationen findet man dagegen über das schlimme Erdbeben von 1964, welches mit einer Stärke von 9.2 auf der Richterskala einen Teil von Valdez einfach im Meer versenkte.

Mit einer voraussehbaren Regelmässigkeit prasseln während unseres dreitägigen Aufenthaltes hier in Valdez heftige Regengüsse auf "Little Sunshine" nieder. Nichts desto trotz nehmen wir an einer Schiffstour im Prince William Sound teil, welche uns zur Gletscherzunge des gewaltigen Columbia Gletschers führt. Heute aber, am Tag unserer Weiterreise, reisst die dicke Wolkendecke auf und die Sonne lacht nach drei Tagen Dauerregen wieder vom Himmel, so als ob nichts gewesen wäre. So schön also kann Valdez sein! Um uns erheben sich die Gipfel der schneebedeckten Berge und wir wissen nun, dass es nicht umsonst "Little Switzerland" genannt wird.

Vorbei an den Horsetail und Bridal Wasserfällen geht's hinauf zum Worthington Gletscher und dann auf dem Glenn Highway westwärts bis zum Matanuska Gletscher. Hier parkieren wir "Little Sunshine" für diese Nacht auf der Gletscher-Endmoräne und machen einen rutschigen Spaziergang auf dem blanken, hellblauen Gletschereis. Der herrliche Sonnenuntergang taucht den riesigen Eispanzer in ein warme Rottöne und es scheint, als ob der Eiskoloss glühen würde.

Die nächsten acht Tage verbringen wir auf dem östlichen Teil der wunderschönen Kenai Halbinsel, welche südlich von Anchorage liegt. Dabei führt uns ein Abstecher ins Portage Valley, welches von ca. 800 m hohen Bergen gesäumt wird, die mit wunderschönen, hängenden Gletschern bedeckt sind. Die meisten Tage verbringen wir aber in Seward, von wo aus wir zu einer phantastischen Schiffstour starten (siehe Yukon - Alaska / Kenai Fjord Tour) und den verbissenen Fischer beim Fish-Derby zusehen, wie sie riesige Salmon und Halibut an Land ziehen.

Wieder zurück in Anchorage geniessen wir für ein paar Tage die Freuden einer Grossstadt: Endlich wieder ins Kino gehen, E-Mails checken, Hamburger essen und Shopping. Wir haben uns hier mit unseren Freunden Petra und Thomas verabredet. Nach drei lustigen, gemeinsamen Tagen, in denen wir uns natürlich viel zu erzählen und berichten haben, muss Petra leider in die Schweiz zurückfliegen - ihr Urlaub ist zu Ende. Wir dagegen reisen zusammen mit Thomy weiter Richtung Homer, am südwestlichen Zipfel der Kenai Halbinsel.

Seit den verregneten Tagen in Valdez meint es Petrus wahrlich gut mit uns und so wird unser Katmai Nationalpark-Trip ein riesiger Erfolg. Dieser südwestliche Distrikt mit den beeindruckenden Felsgebirgen, den dichten Wäldern und den schneeweissen Gletschern ist für uns zugleich Wende- und Höhepunkt. (siehe Yukon - Alaska / Die Bären vom Katmai N.P.) Doch damit nicht genug; mit dem Denali Nationalpark - wofür wir ein zehntägiges Aufenthalts-Ticket besitzen - steht bereits der nächste Höhepunkt auf dem Programm.

Was wir da so alles erlebt haben, verraten wir Euch in unserem nächsten Homepage-Update.

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