10 Tage im Denali N.P.
26. Aug. - 5. Sept. 2000. Schon im Frühling haben wir die Tickets für den Teklanika-Campground im Denali Nationalpark gebucht, da dieser während der relativ kurzen Saison immer sehr gut besucht ist. Aus einigen Reiseführern und Bildbänden haben wir uns einen kurzen Eindruck über Denali N.P. gemacht, doch was da wirklich auf uns zukommt, können wir uns beim besten Willen nicht vorstellen. Was wir jedoch wissen ist, dass wir ein Ticket für 10 Tage Aufenthalt im Park reserviert haben und wir für diese Zeit völlig ab von der Zivilisation sein werden. Kein Wasser-, kein Abwasser-, kein Stromanschluss und keine Möglichkeit, etwas einzukaufen. Nur ein paar Plumpsklo's, einen Wasserhahn und Natur pur!
Meine Alltags-Jeans hat Löcher und ist schon stocksteif vom Staub und Dreck. Eigentlich hätte sie dringend eine Wäsche nötig, doch ich bin sicher, dass sie ein Bad in einer dieser Wisch-Wasch-Maschinen nicht mehr überleben wird. Aber was soll's, ich hoffe, dass sie die paar Tage hier im Park noch überstehen wird. Die legendäre Wasserspülung im Public-Restroom des Denali Visitorcenters, unserem letzten Halt in der Zivilisation, höre ich noch heute rauschen. Wir holen unsere Campground- und Bus-Tickets ab und schon geht das Abenteuer Denali Nationalpark los. Wer die Zivilisation wirklich für eine Zeit lang hinter sich lassen will, der sollte schon ein ausgesprochener Outdoor-Freak sein. Wie wir damit klar kommen? Wir werden es sehen!!!
Ich komme mir vor wie auf einem Trip in den Jurassic-Park als wir das Visitorcenter hinter uns lassen und uns auf den Weg zum Teklanika Campground begeben. Bei der Savage River Brücke endet die geteerte Strasse und ab hier sind nur noch Busse oder Fahrzeuge mit Campground-Tickets zugelassen. Noch ein letztes Mal überlegen wir uns, ob wir wirklich an alles gedacht haben, was wir für die nächsten 10 Tage hier im Park brauchen, denn sobald wir den Checkpoint am anderen Brückenende hinter uns haben, gibt es kein Zurück mehr. Wir sind bis hierhin gerade mal 15 Meilen weit in den Park hinein vorgedrungen und haben schon so einiges gesehen und erlebt. Neben einem traumhaft schönen Bergpanorama - auf den Bergspitzen liegt Neuschnee wie Puderzucker auf einem Kuchen - sind uns ein paar Caribous über den Weg gelaufen und hier auf der Brücke spielen zwei junge Rotfüchse völlig ungestört miteinander.
Die ungeteerte Strasse bis zum Campground ist breit und überraschend gut zu fahren und da es vom Checkpoint an so gut wie keinen Verkehr mehr gibt, können wir uns voll und ganz auf die grandiose Umgebung konzentrieren. Die Sonne steht schon ziemlich tief am Himmel, als wir endlich auf dem Teklanika Campground eintreffen. Es ist ein einfacher aber sehr schön angelegter Campground und hier wird in den nächsten 10 Tagen unser aufregendes "Zuhause" sein und "Little Sunshine" stehen bleiben, denn es ist nicht erlaubt, mit dem eigenen Auto im Park herumzufahren, ausser, man ist ein sehr erfolgreicher Profi-Fotograf und hat eine entsprechende Bewilligung. Ein Snowshoe-Hare (Hase) ist unser Nachbar und güggselt gwundrig unter dem Willow-Busch (Weiden-Busch) zu uns hinüber. Mit dem was wir auf unserer heutigen, gemütlichen Fahrt hier im Park schon alles gesehen und erlebt haben sind wir schon mehr als zufrieden.
Auf einem kurzen Spaziergang kundschaften wir den Campground aus. Na ja, gerade viel gibt es hier nicht auszukundschaften, denn neben zwei WC-Häuschen gibt es noch zwei Wasserhähne and that's it! Die Toiletten sind zu unserem Erstaunen viel sauberer als wir es erwartet haben und statt der üblichen, stinkenden Plumps-Klo's sind diese hier geradezu feudal. In der Schüssel befindet sich ein Schieber, den man durch das Betätigen eines riesigen Fusspedals in Bewegung setzt, womit man auch gleich eine chemische Spülung in Gang setzt. Perfekt! Natürlich müssen wir das gleich ausprobieren, doch leider weist diese tolle Erfindung einen riesigen Mangel auf. Lässig trete ich mit dem linken Fuss auf's Spülpedal, doch dieses bewegt sich keinen Zentimeter. Tja, vielleicht muss ich es mal mit dem rechten Fuss versuchen, vom Gas geben beim Autofahren steckt da vielleicht etwas mehr Power drin. Doch weit gefehlt, auch bei diesem Versuch rührt sich das Pedal keinen Zentimeter. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als voll, mit beiden Beinen auf's Pedal zu treten. Wieder passiert einfach gar nichts, erst als ich ein paar Mal kräftig darauf herumgumpe setzt sich das verflixte Ding in Bewegung und spült mein "Gepinkel" endlich das Loch hinunter. "Yeah, I did it!"
Zur Erkundung des Nationalparks stehen uns die grünen Shuttlebusse - die genau gleich aussehen wie die amerikanischen, gelben Schulbusse - zur Verfügung, welche wir für $ 21.- während der ganzen Zeit unseres Aufenthaltes unlimitiert benutzen können. Natürlich nutzen wir gleich am nächsten Tag diese tolle Gelegenheit um etwas mehr vom Park zu sehen. Ein herrlicher Morgen holt uns recht bald aus den Federn und geduldig warten wir um 7:45 Uhr auf den ersten Bus, der Richtung Wonder Lake fährt. Die Fahrt dorthin dauert, mit einigen Zwischenhalts, ca. 5 Std.! Der erste Bus der angedüst kommt ist ein beiger Bus, welcher einfach - Wrummmm - an uns vorbeifährt. "Na toll!" wundere ich mich über den unflätigen Busfahrer, doch da naht schon ein grüner Bus, welcher auch tatsächlich anhält und uns mitnimmt. Der Driver stellt sich vor "Hey folks, I'm Thomas and this is my bus Nr. 405" und dann mahnt er uns: "Please fasten your seat belt, it's the law!" (Bitte anschnallen). Doch kaum einer der Fahrgäste schert sich darum und auch uns ist diese dämliche Anschnallpflicht viel zu unbequem.
Thomas, unser heutiger Bus-Driver, erklärt uns den Unterschied zwischen den grünen und den beigen Bussen. Der grösste Unterschied ist der Preis. Während wir 10 Tage mit einem $ 21.- Ticket im ganzen Park herumkurven, bezahlen die Gäste im beigen Bus - der sich durch nichts als durch die Farbe von unserem unterscheidet - stolze $ 64.-. Dazu fährt der beige Tourbus nur bis zum Stony Hill (Meile 61) während die grünen Busse bis zum Wonder Lake (Meile 85) und einige davon sogar bis Kantishna (Meile 89) fahren. Die einzig wirklich erwähnenswerten Unterschiede sind: Das Lunchpaket, welches im Preis inbegriffen ist und das "Schömmeli", welches den Gästen zum bequemeren Ein- und Aussteigen des Busses bereitgestellt wird. Sie nennen es hier ironisch: "The $ 43.- Doorstep!"
Wir werden also ausschliesslich mit den grünen Bussen unterwegs sein, deren Fahrplan auf den ersten Blick etwas chaotisch scheint, zu unserem Erstaunen aber mehr oder weniger pünktlich sind. Die Busse stoppen unterwegs ein paar Mal für einen "Bisli-Halt" und man hat auf der ganzen Strecke auch die Möglichkeit ein- und auszusteigen wo man gerade will. Einfach an den Strassenrand stellen und sich mit Winken beim Fahrer bemerkbar machen. So einfach funktioniert das hier! In einer aufregenden Rüttel-Schüttel-Fahrt holpern wir los und sind ganz schön gespannt, was uns da alles erwartet. Nach dem ersten WC-Stopp beim Teklanika-Restroom, hören wir Thomas rufen: "Thomas' Bus 405 is ready for boarding!" und wer jetzt nicht zu Fuss weiterlatschen will, muss sich beeilen. Auf der Weiterfahrt erklärt uns Thomas die Nationalpark-Bus-Regeln. Wer unterwegs aussteigen will, gibt dies einfach durch laute Rufzeichen bekannt. Wer am Wegrand ein Tier sieht schreit dies ebenfalls so laut als möglich durch den ganzen Bus, auch wenn er nicht sicher ist ob es eines ist oder nicht. Jeder Passagier hat 3 Versuche. Wenn ein Passagier allerdings 3x wegen eines Steines statt eines Tieres "Stopp!" ruft, muss er den Bus verlassen und zu Fuss weitergehen (ha, ha, ha!). Jeder der ein Tier sichtet muss angeben in welcher Himmelrichtung er es gesehen hat. Geradeaus ist z.B. 12 Uhr, rechts bezeichnen wir als 3 Uhr etc. "Alles klar Leute? Okay, dann haltet die Augen offen!"
Gerade haben wir die Teklanika-Brücke überquert, und sind nun auf dem Weg Richtung Igloo-Campground, als plötzlich einer der vorderen Fahrgäste in voller Lautstärke dem Busdriver ins Ohr posaunt: "Stop! Wolf auf der Strasse, da vorne!" Na toll! Der scheint wohl nicht kapiert zu haben wie das hier funktioniert und dieser Hinweis entspricht bei weitem nicht unseren Abmachungen. Na egal, Hauptsache ist, dass er den Wolf gesehen hat. Sofort hält Thomas den Bus an und wie auf Kommando öffnen sich alle Busfenster. Gwundrig stecken wir die Köpfe nach draussen um den Wolf auch sehen zu können. Mitten auf der Strasse steht ein wunderschöner Grau-Wolf und schaut zu uns herüber. "Aber halt, was ist denn das? Ja, tatsächlich da vorne kommt noch ein Wolf aus der Tundra herausgeschlichen und noch einer, und ... und ...!" Schlussendlich stehen 6 Wölfe, ein ganzes Pack (Rudel), auf der Strasse und bewegen sich langsam auf unseren Bus zu. Aufgeregt lehnen die Passagiere an den Fenstern. Auch Marco und Thomy haben sich je ein Fenster ergattert und ich klebe mit meiner Kamera irgendwo zwischen den beiden. Immer näher kommen die Wölfe und Thomas der Busfahrer mahnt uns ganz ruhig zu sein, weil sie wahrscheinlich an unserem Bus vorbeiziehen wollen. "Das wäre ja der absolute Hit!" freuen wir uns schon und versuchen uns - Pssst, pssst, pssst - muxsmäuschen Still zu verhalten. Und tatsächlich, ganz gemächlich trottet das Rudel an unserem Bus vorbei und bietet uns die besten Fotomöglichkeiten. Zu unserer Überraschung bleibt der Leitwolf einen Augenblick lang sogar genau vor uns stehen, blickt zu uns hoch und schaut uns somit direkt in die Kameras. Thank you very much! Vor Freude würden wir am liebsten losjubeln, doch wir wollen auf keinen Fall die Wölfe erschrecken. Als wir aber unsere Fahrt fortsetzen, bricht im Bus ein regelrechtes Freudengeschrei los. "Wow, habt ihr das gesehen? Was für ein unglaubliches Erlebnis!"
Es herrscht eine ausgelassene Stimmung als wir auf der holprigen Strasse weiter kurven. "10:30 Uhr, Dall-Sheeps!" schreit plötzlich ein anderer Fahrgäste durch den Bus. "Wow, das ist ja ein ganz besonders Genauer", lachen wir und versuchen verzweifelt, die gesichteten Dall-Schafe zu entdecken. "Oh tatsächlich," ganz da oben auf dem obersten Grasfleck des Berges sehen wir durch unsere Ferngläser, wie sich ein paar weisse Punkte bewegen. Na ja, deswegen brauchen wir nun wirklich nicht anzuhalten!
Kurz vor dem Polychrome Pass steigen wir zusammen mit Thomy aus, um nach Pika's (Pfeiffhasen) Ausschau zu halten. Ein fettes Murmeltier sitzt am Strassenrand und beobachtet uns, wie wir langsam über das steile Geröllfeld hinunter kraxeln. Und tatsächlich, da zwischen den Steinen entdecken wir eines dieser putzigen, quirligen Kerlchen, welche sich mit schrillen Pfiffen bemerkbar machen und mit trockenen Grasbüscheln zwischen den Zähnen durch die Gegend sausen. Die kleinste Bewegung von uns erschreckt den kleinen Hasen und er verschwindet für kurze Zeit in seiner Höhle. Unterdessen hat das wohlgenährte Murmeltier auf einem Stein, ganz in unserer Nähe, Position bezogen. Vorsichtig taucht der kleine Pika wieder auf und wir beobachten ihn noch eine Zeit lang, bevor wir mit dem nächsten Bus zum Eielson Visitor-Center weiterfahren.
Hier ist heute für uns Endstation und nach einer kurzen Wanderung mit einem Park-Ranger setzen wir uns in den Bus und fahren zum Campground zurück. Dieser 2. Tag hat unsere Erwartungen schon bei weitem übertroffen, insbesondere, da wir auf der Rückfahrt neben ein paar Caribous auch einen Moose-Bullen (Elch Männchen), zwei Bären und einen Golden-Eagle (Adler) gesehen haben. Als Krönung des Tages funkeln uns Millionen von Sternen am samtschwarzen Nachthimmel entgegen, so intensiv, als wäre die Milchstrasse nur gerade ein paar Blocks weit entfernt. Wolfsgeheul dringt durch die klirrend kalte Nacht und macht uns bewusst, dass wir hier im Reich der wilden Tiere sind. Ein unauslöschliches Erlebnis, unbeschreibliche Realität. Man braucht die Nacht nicht mehr zum Träumen, es ist Abenteuer und Selbstfindung in einem. Wir sind der Zivilisation so fern und gerade deshalb dem Leben so nah! "Hope no more ever find us!"
Auch den 3. Tag nutzen Marco und ich für eine Fahrt Richtung Eielson Visitor-Center. Wir haben richtig herrlich ausgeschlafen und fahren erst mit dem 11:30 Uhr Bus los. Ein paar letzte Nebelschwaden hängen noch am Himmel, doch die wärmende Mittagssonne vertreibt auch diese innert Kürze. In der letzten Nacht hat es in den höheren Regionen ein bisschen geschneit und wir befinden uns wenig später in der von blütenweissem Schnee bedeckten Tundra. Wir haben Glück mit dem Wetter und können somit der ansprechenden Landschaft mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen, als die gestressten Eintages-Touristen, die in den Tour-Bussen unterwegs sind. Ganz besonders beeindruckend ist der herrliche Panoramablick und wie aus dem Nichts taucht plötzlich vor uns der Gipfel des Mt. McKinley auf. Am allerwenigsten haben wir heute den aussergewöhnlich tollen Blick auf den gigantischen Mt. McKinley erwartet. Je näher wir "Dem Grossen" - wie ihn die Indianer nennen - kommen, desto mehr berauscht uns sein Anblick. Die Sonnenstrahlen bringen die weissen Schneekristalle zum Leuchten und den Belichtungsmesser von Marco's Kamera unweigerlich zum Tillen.
Obwohl es schon ziemlich spät ist, entscheiden wir, diesen phantastischen Tag voll auszunutzen und fahren zusammen mit Antje und Stefan - ein junges, deutsches Pärchen, welche wir im Bus kennenlernen - weiter zum Wonder Lake. Wir sehen wiederum viele Tiere, ganz besonders idyllisch ist der Anblick einer Elch-Kuh, welche mit ihrem Kalb in einem kleinen Teich steht und grast. Der Herbst hält hier im Park Einzug und man kann nun fast zusehen, wie sich die Tundra in einen einzigen, farbig leuchtenden Teppich verwandelt und die Flechten die Felsen mit einer lebenden Patina überziehen. Jetzt in der Abendsonne scheinen die Felsen des Polychrom-Passes regelrecht zu glühen. Ein faszinierendes Farbenspiel und über allem strahlt der makellos blaue Himmel.
Rundum glücklich und zufrieden treffen wir nach unserem 10½-stündigen Wonder Lake-Trip auf dem Campground ein und geniessen zusammen mit Thomy, Stefan und Antje ein feines Nachtessen. Wir plaudern noch bis tief in die Nacht hinein über unsere Erlebnisse. Erst als unsere Gäste sich für heute verabschieden und in die sternenklare Nacht hinaus treten, merken wir, dass es lausig kalt geworden ist. Die Temperatur ist innerhalb von kurzer Zeit um einige Grad gefallen und es sieht aus, als wollte es auch hier schon bald einmal schneien. Doch hoffentlich erst, wenn unsere Zeit hier im Park vorbei ist.
Todmüde sinken wir nach diesem erlebnisreichen Tag ins Bett. Wir sind gerade am Eindösen, als uns die Rufe eines Nachbars aus den Federn reisst: "Beautiful, look how beautiful!" Was um alles in der Welt soll den hier mitten in dieser eiskalten Nacht so wunderschön sein? Schlaftrunken schiebe ich den Vorhang zur Seite und ... "Häh, was ist denn das komisches?" Es ist 1:30 Uhr und eigentlich bin ich viel zu müde um nochmals aufzustehen, doch ich kann von hier aus nicht erkennen was da draussen los ist, nur, dass der Himmel ungewöhnlich hell ist. Geschwind schlüpfen wir beide in unsere Jeans und Fleece-Jacken und stürmen mit unseren Kameras bewaffnet nach draussen. "Wow...!" fasziniert stehen wir da und starren wie zwei kleine Kinder an Weihnachten. Über uns am Himmel spannt sich ein riesiger, hellgrüner Bogen, gerade so wie ein Regenbogen. "Hey Jungs, das ist ein Nordlicht!" schreit uns Thomy zu, der ebenfalls mit seiner Kamera angespurtet kommt. Nun beginnt sich der riesige Bogen zu bewegen. Rasend schnell wirbelt das grelle Licht über den Himmel und formt bizarre Formen, bis es sich wie ein riesiger Vorhang über den Horizont schiebt und die darunter stehenden Tannen in sich spiegeln lässt. Es ist eine irre Situation und uns überkommt ein wahnsinniges Glücksgefühl, dass wir hier die Geheimnisse der Natur so intensiv miterleben dürfen. Völlig aufgewühlt und durchgefroren schlüpfen wir nach einer knappen Stunde ins Bett zurück und versuchen einzuschlafen. Gar nicht so einfach nach so einem phantastischen Erlebnis!
Jeden Tag hier im Park nutzen wir für Ausflüge und Entdeckungen und keiner dieser Tage ist gleich wie der andere, doch jeder auf seine Art und Weise faszinierend. Die Abenteuer hier sind endlos: Einmal ist es die Vielfalt der Tierwelt; ein andermal ist es der atemberaubende Anblick des Mt. McKinley und zuguterletzt sind wir fasziniert von der herbstlichen Farbenpracht der Tundra, welche in der untergehenden Abendsonne zu leuchten beginnt, so als würde sie brennen. So perfekt kann nur Mutter Natur malen und wir sind begeistert, wie kaum zuvor im Leben. Doch ganz allmählich wird es auch für uns Zeit, mit den Vögeln gegen Süden zu ziehen. Der Winter steht vor der Türe und eiligst bereiten sich die Tiere hier auf die lange, erbarmungslose Jahreszeit vor. Die Pikas sind eifrig mit dem Aufstocken ihrer Grasstöckli beschäftigt und die Biber schleppen die letzten Erlenzweige zum Bau, bevor die klirrende Kälte die Teiche zufrieren lässt. Die Bären versuchen noch ein paar fette Ground Squirrels zu erwischen und die Wölfe jagen nach den flinken Snowshoe Hares, welche schon bald ihre Fellfarbe von grau-braun zu blütenweiss wechseln. Tja, und wir kramen die langen Unterhosen aus der Schublade und stellen uns auf die heranschleichende Kälte ein.