Route Mainland


Gesamtreisezeit:   31 Tage  (8. Feb. - 9. März 2000)

Gesamtstrecke:    2'608 km  (1'630 miles)

Route:
Topolobampo - Los Mochis - "Eisenbahnfahrt Barranca del Cobre" - Creel - "La Bufa / Barranca del Cobre" - Los Mochis  - Mazatlan - "San Blas" - Los Cocos - "Puerto Vallarta"  - Chamela - "Comala" • "Parque Nacional Volcanic" - Ciudad Guzman - San Antonio Tlajacapan - "Guadalajara" • "Tonala" • "Chapala" • "Tonwarenfabrik Las Aguillas" - San Antonio Tlajacapan - San Luis Potosi - "Sierra Grande" - Ciudad Victoria - "Zoll Matamoros" 

Karte Route Mexico Mainland

Im Hafen von Topolobampo schliessen wir uns, nach unseren getrennten Überfahrten, glücklich wieder in die Arme und wagen die ersten Kilometer auf dem mexikanischen Mainland. Vom Hörensagen soll es hier auf dem Mainland ganz besonders gefährlich sein. Uns jedenfalls hat man die tollsten Schauermärchen aufgetischt und ich rechne auf unserer Fahrt von Topolobampo nach Los Mochis schon fast mit einem Überfall. Doch nichts dergleichen geschieht, im Gegenteil, die Leute winken uns freundlich zu und sind sehr zuvorkommend.

In Los Mochis lassen wir unsere Camper für drei Tage stehen und machen mit dem Zug eine wunderschöne Fahrt in den Cooper Canyon, wo wir unter anderem auch auf einheimische Indianer treffen und ihre tollen Handarbeiten bewundern (siehe Mexico / Barranca del Cobre). Um ein paar Erlebnisse reicher und ein paar Pesos leichter - dank der Korruption von zwei Polizeibeamten - verlassen wir Los Mochis wieder Richtung Süden.

Auf dem Autobahnabschnitt zwischen Los Mochis und Mazatlan knöpft uns der mexikanische Staat nochmals satte 340.- Pesos (ca. SFr. 50.-) für Autobahngebühren ab. Hier wird die Autobahngebühr alle paar Kilometer nach Achsen bezahlt und somit greift Walti mit seinem RV, Anhänger und Jeep ganz schön tief in die Tasche. Trotz der horrenden Gebühren lässt der Zustand der Autobahn eher zu Wünschen übrig, dafür wird aber so einiges an Abwechslung geboten. Neben den Schlaglöchern gilt es auch den im Schneckentempo dahintuckernden Traktoren - mit zum Teil 7 Anhängern! - auszuweichen, auf die auf dem "Pannenstreifen" dahergondelnden Velofahrer acht zu geben und das nebenan weidende Vieh - natürlich ohne Umzäunung - im Auge zu behalten. Ganz zu schweigen von den streunenden Hunden und den verrückten Mexikanern, die auf halsbrecherische Art mit "Chind und Chegel" über die Autopista rennen. Tja, so hat eben jeder seine eigene Vorstellung von einer Autobahn.

Als wir glauben, das Autobahn-Knuddelmuddel im Griff zu haben, rast uns - "Ariba, Ariba!" - ein Schwarm wagemutiger Mosquitos mit vollem Garacho in die Windschutzscheibe. "Wow!" Unsere Frontscheibe gleicht einem Schlachtfeld. Hunderte von Mücken kleben auf der Scheibe, es ist ein regelrechtes Massaker. Einige von ihnen sind auf der Stelle mausetot, andere schlagen noch ein paarmal verzweifelt mit den Flügeln, bis auch sie schliesslich den Geist aufgeben. Ein paar überlebende Biester rappeln sich nochmals auf und fliegen mit havarierten Flügeln und Kopfweh auf davon und die Glückspilze unter ihnen kommen diesmal noch mit dem Schrecken davon. Nur gut, dass wir nicht mit dem Töff in diesen Schwarm gerast sind. "Igitt, igitt!"

Mit Genuss laben wir uns in Mazatlan in einer Konditorei an riesigen, backfrischen Tortenstücken und können der Versuchung einfach nicht widerstehen, fast alle Sorten auszuprobieren. Mit dem süssen Geschmack auf der Zunge verlassen wir im Morgengrauen Mazatlan wieder und fahren weiter Richtung Süden, wo wir in Ojo de Agua de Palmillas Opfer von ein paar verwegenen Kids werden (siehe Mexico / Die Kinder von Ojo de Agua de Palmillas).

Nach einer Dorfbesichtigung in San Blas schlagen wir auf den Klippen des Playa d'Amor Campgrounds in Los Cocos unsere "Zelte" auf und versuchen, uns die kleinen "no-one-can-see-them"-Mosquitos vom Leib zu halten. Die Biester sind so klein, dass sie sogar durch das Mückennetz schlüpfen können um dann ganz höllisch zuzustechen.

Vorbei an riesigen Kokos- und Bananenplantagen fahren wir nach Zacualpan, wo wir mitten in einen Kochkurs platzen und uns noch so gerne als Versuchskaninchen für die neu ausprobierten Rezepte zur Verfügung stellen (siehe Mexico / Kochkurs in Zacualpan). Durch den Nobel-Ferienort Puerto Vallarta holpern wir weiter in südlicher Richtung, bis sich plötzlich - "Schepper, schepper!" - ein Teil von Walti's Anhänger verabschiedet und wir dringend nach einem Schweisser und nach einem "Schei...haus" wegen Walti's Durchfall Ausschau halten müssen. Mit einer würzigen Bouillon, einem kräftigen Schluck Whisky und einer erholsamen Nacht unter dem Kokospalmen-Campground von Chamela, ist Walti's Darm am nächsten Morgen wieder fit und aufnahmefähig.

Gestärkt mit einem amerikanischen Frühstück, das wir uns bei der Dorfbesichtigung von Barra de Navidad genehmigen, machen wir uns anschliessend auf die Suche nach dem Parque Nacional Volcan mit dem Colima Vulkan. Doch alles Suchen ist vergebens und so verlassen wir Colima wieder Richtung Norden, nachdem wir in der Stadtmitte wieder einmal für ein ordentliches Verkehrs-Chaos gesorgt haben, da uns weder die Strassenschilder noch der Stadtplan die exakte Richtung weisen können. In Ciudad Guzman sind wir gezwungen auf dem Parkplatz einer Pemex-Tankstelle zu übernachten, da weit und breit kein Campground in Sicht ist und wir uns vorgenommen haben, zu unserer Sicherheit nicht in der Nacht zu fahren. Von diesem Parkplatz aus haben wir eine herrliche Sicht auf den Colima Vulkan und werden für unsere heutige, vergebliche Sucherei doch noch gebührend belohnt.

Mit den ersten Sonnenstrahlen verlassen wir unser aussergewöhnliches Nachtlager - welches wir mit 'zig Lastwagenfahrern geteilt haben - und fahren über Jocotepec dem Nordufer des Lake Chapala entlang bis nach San Antonio Tlajacapan, wo wir Marco's Geburtstag feiern und die Bekanntschaft von Rosmarie und Karl (sehr nette Deutsch-Kanadier) und deren Kollegen Ilse und Leon machen. Hier wollen wir ein paar Tage bleiben und ein Abstecher mit dem Jeep nach Guadalajara und Tonala bietet sich geradezu an. Selbstverständlich fehlt bei unserer Guadalajara-Stadtbesichtigung auch ein Besuch der grossen Markthalle nicht, wo neben vielem überflüssigem Plunder auch wunderschöne Lederwaren und bunt gewobene Decken zu sehr günstigen Preisen angeboten werden. Die interessanteste Ecke in diesem Markt ist für uns jedoch der Fresh-Market, wo neben herrlichen Früchten und Gemüsen auch fangfrische Fische angeboten werden. In einer anderen Ecke werden ganze Kuh- und Schweinshälften zerteilt und von der Theke starren uns kugelrunde Kuhaugen aus den abgetrennten Köpfen entgegen. Künstlerisch aufeinandergetürmte "Schwiinsfüssli" warten ebenso auf einen Käufer, wie die daneben liegenden "Sauschwänzli und -Schnörrli". Ein weiteres Erlebnis ist die Shopping-Tour durch Tonala - einem Vorort von Guadalajara - welches für seine bunten Glas- und Keramikarbeiten bekannt ist. Für ein paar lumpige Pesos erstehen wir hier die wunderschönsten Glas- und Keramikwaren und kehren erst auf den Campground zurück, als Walti's Jeep zum Bersten voll ist (selbstverständlich gehört das Meiste davon Walti!!!).

Nach 1½ Monaten gemeinsamen "on the road", heisst es heute von Walti Abschied nehmen. Ihn treibt es weiter Richtung USA und wir haben das Bedürfnis, noch ein paar Tage auf diesem herrlichen Campground zu verweilen. Wir unternehmen zusammen mit Rosemarie und Karl Exkursionen nach Las Aguillas - wo wir uns einen Keramik-Cheminée-Ofen kaufen (weiss der Geier, wie wir diesen in die Schweiz transportieren) - und geniessen es, im nahen Thermalbad einfach die Seele baumeln zu lassen.

Ganze 18 Tage verbringen wir hier auf dem Campground am Lake Chapala und sind nun - nachdem wir unseren RV von zwei Mexikanern für 100.- Pesos (ca. SFr. 15.-) waschen liessen - "ready to go". Beim gemütlichen Kuchenessen nehmen wir von unseren Freunden Abschied und machen uns frühmorgens auf Richtung San Luis Potosi. Da unser Stadtplan wieder einmal überhaupt nicht mit der vorherrschenden Strassensituation übereinstimmt und die ganze Stadt eine einzige Baustelle ist, landen wir mitten im Stadtzentrum, anstatt wie vorgesehen auf der Umfahrungsstrasse. Um ein Haar stossen wir auf einer Kreuzung mit einem mit Blaulicht daher rasenden Polizeiauto zusammen. Marco's Instinkt verdanken wir es schliesslich, dass wir doch noch den richtigen Weg aus der Stadt heraus finden.

Wir verbringen eine gespenstische Nacht auf dem Campground hinter einem halbfertigen, verlassenen Motel und machen uns mit den ersten Sonnenstrahlen auf Richtung Norden. Auf unserer herrlichen Fahrt über die Sierra Grande kommen wir wieder einmal in eine Militärkontrolle, bei welcher wir beim besten Willen nicht verstehen, was der junge Beamte eigentlich von uns will. Mit ähnlichen Verständigungsschwierigkeiten schlagen wir uns dann auch beim Z'mittagessen herum und sind froh, dass die Wirtin soviel Verständnis für uns "Schwiizer-Simpel" hat (siehe Mexico / Tien Pesos ???).

Unsere letzte Nacht in Mexico verbringen wir auf einem Campground in Ciudad Victoria, wo ein paar hungrige Schafe den Rasenmäher ersetzen. Durch dicke Nebelschwaden bahnen wir uns am Morgen den Weg Richtung Matamoros, wo mich Marco zum letzten Mal durch ein mexikanisches Stadtchaos lotst und mir auf wundersame Weise den Weg zum Grenzübergang weist.

So gehen zwei wundervolle, erlebnisreiche Monate in Mexico zu Ende und wir sind sicher, dass wir wieder einmal hierhin zurückkehren werden um noch mehr von Land und Leute zu sehen.

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