Wohin bloss mit all dem Plunder?!


Mit rund 125 kg Gepäck sind wir Ende August von Toronto nach Los Angeles geflogen, um dort unseren neuen Töff entgegen zu nehmen und unsere Reise nach dem Laborday-Weekend fortzusetzen.

Am Anfang unserer Reise waren wir völlig davon überzeugt, dass wir wirklich nur das Allernötigste bei uns hatten und dass wir uns unmöglich von irgendetwas trennen können. Doch jetzt waren wir beide der Ansicht, dass wir einfach noch zuviel Ballast mit uns herumführten. Motorradfahren ist keine ausgeklügelte Wissenschaft, just fun und da man in Amerika sowieso lightweight und in den Klamotten, die man beim Aufbruch gerade am Leib hat reist, entschlossen wir uns, im Moment keinen Trailer zu kaufen und erst einmal unseren Gerümpel ordentlich auszumisten.

Und so sieht unser Reisegepäck nun schlussendlich aus: Feldstecher, Kameras, 'zig Dia-Filmrollen, Werkzeug (ist mir zwar ein Rätsel wieso wir das mitschleppen) Zelt, Liegematten, Schlafsäcke, Campingkocher, Campingpfannen, -Geschirr und -Besteck, Tagesrucksack, je 1 Paar Hikinghosen (die in kurze Hosen umgewandelt werden können) je 3 T-Shirts, Socken und Slips zum wechseln, Badehosen, Turnschuhe, Regenklamotten, Toilettenartikel und Laptop. That's it!!!

Ungläubig schauten wir unser mikriges Häufchen Gepäck an und waren der Versuchung nahe, doch das eine oder andere noch mitzunehmen. "Ja, aber das brauchen wir doch sicher auch noch und darauf können wir doch bestimmt nicht verzichten", waren immer wieder unsere Einwände. Nein, wir hatten ganz einfach keinen Platz mehr für irgendwelchen "Schnickschnack"!

Auf der anderen Seite türmte sich ein riesiger Berg von den Dingen auf, die wir am Anfang unserer Reise im Trailer mit dabei hatten und die es jetzt galt in den vier Koffern zu verstauen und bei Moturis einzulagern. Unbelievable! Genau das dachten wir auch, doch ich bin überzeugt, dass es dem einen oder anderen von Euch, die jetzt über unsere Zuviel-Gepäck-Story schmunzeln, ganz genau so geht, wenn er seine Ferienkoffer packt!!!

In der Nacht vor unserer Abreise schlief ich sehr unruhig. Immer wieder wachte ich auf, weil mir Bilder von Gegenständen durch den Kopf jagten, die ich glaubte zu vermissen und ich war auf einmal sehr unsicher, ob wir wohl alles Nötige für unsere Weiterreise dabei hatten. We will see!

7. September 1999. Ein traumhaft schöner Californien-Morgen lacht uns entgegen und fordert uns zur Weiterreise auf, doch vorher sind wir noch mit dem nervenaufreibenden Geschicklichkeitstraining beschäftigt: Wie verstaut man sinnvoll den ganzen Zeltgrümpel, eine grosse Fototasche, eine Kleidertasche und nicht zu vergessen einen Laptop am besten, damit sich alle Töff-Kofferdeckel noch schliessen lassen und man alles auch wieder findet. Mit einigen Stossgebeten und viel Geduld gelang es uns schliesslich doch noch, unsere Goldwing so zu packen, dass auch wir zwei "Spränzel" noch bequem ein Plätzchen darauf fanden.

Ich spielte schon mit dem Gedanken, mich am Abend in den Kleidern ins Bett zu legen, damit wir möglichst nichts auszupacken brauchten, denn irgendwie zweifelte ich daran, dass wir dieses Pack-Kunststück noch einmal hinkriegen. Na dann: "Guet Nacht!"

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