Route Ost-Canada
Gesamtreisezeit: 31 Tage (27. Juni - 27. Juli 1999)
Gesamtstrecke: 3'685 km (2'303 miles) "nur Töff"
Route:
Barrie - Dwight - "Algonquin N.P." - Renfrew - Quebec - "Stadtbesichtigung" - Tadoussac - "Canyon Sainte-Anne" - Ste-Anne-des-Monts - "Wal-Beobachtung" - Percé - "Percé-Rock" - St.Omer - Lagaceville - Hillsborough - "Hopewell-Rocks" - Fundy N.P. - "Copper-Trail Fundy N.P." - New Annan - "North-Cape" - West Point - "Cedar Dunes Prov.Park" - Cavendish - "Prince Edward Island N.P." - Port Hastings - Port Hawkesbury - Halifax - Barrie
Am 27. Juni 1999 verabschiedeten wir uns von unseren Freunden Mary & Paul in Barrie und starteten zu unserer eigentlichen Reise. Die erste Etappe führte uns Richtung Algonquin Nationalpark. Aufgrund des schlechten Wetters legten wir schon jetzt einen Ruhetag ein und setzten mit der in der Motel-Suite befindlichen Sprudelwanne fast das Zimmer unter Wasser.
Statt Touristenrummel genossen wir am darauffolgenden Tag auf unserer Wanderung auf dem interessanten Track and Tower-Trail im Algonquin N.P. die Ruhe der einsamen Seen und die unsagbare Weite der herrlichen Wälder.
Über Ottawa, die Hauptstadt Kanadas, fuhren wir Montreal entgegen, welches uns mit reichlich Verkehr und Baustellen begrüsste. Fluchtartig verliessen wir das Verkehrschaos und folgten der Nordseite des St. Lawrence River, wo wir echt Probleme hatten, ein Motel zu finden. Zweimal steuerten wir statt eines Motels ein Altersheim an! Somit landeten wir schlussendlich in Quebec City, wo wir es uns im Holiday Inn gemütlich machten.
Wie es sich für richtige Touristen gehört, schauten wir uns am folgenden Tag die Sehenswürdigkeiten von Quebec City an und genossen als krönenden Abschluss in einem der gemütlichen Strassencafés ein feines Stück Quiches Loraine.
Mit der traurigen Nachricht über den plötzlichen Tod von meinem geliebten Grosi im Gepäck folgten wir am nächsten Tag dem St. Lawrence River Richtung Norden und schauten uns auf dem Weg den spektakulären Canyon Sainte-Anne an. Der Sainte-Anne Wasserfall stürzt hier aus 74 Meter über mehrere Felsklippen in die Tiefe.
Bei Baie-Ste-Catherine setzten wir in einer 10-minütigen Fahrt mit der Fähre nach Tadoussac über und waren froh, dass wir noch vor dem grossen Gewitter ein Motel fanden. Am nächsten Morgen verliessen wir mit den ersten Sonnenstrahlen das wunderschöne Dörfchen und fuhren Richtung Les Escoumins, wo wir auf einer herrlichen Fährfahrt den St. Lawrence River überquerten.
Unaufhaltsam folgten wir der herrlichen Küste der Gaspé-Halbinsel. Nachdem wir wochenlang mühevoll Englisch gelernt hatten, waren hier nun unsere Französisch-Kenntnisse gefragt und ich muss gestehen, damit sah es ganz schön "schitter" aus. Wir hatten uns über die Provinz Quebec unsere eigenen Vorstellungen gemacht und wurden nun eines besseren belehrt. Auf Schritt und Tritt begegneten wir gastfreundlichen, liebenswerten Menschen, die sich viel Mühe gaben, uns ihr schönes Land näherzubringen.
Nach zwei herrlichen Ruhetagen in Percé, in denen wir in aller Ruhe von Grosi Abschied nahmen, überquerten wir bei Campbellton die Provinzgrenze zu New Brunswick und trafen dort wieder vermehrt auf Englisch sprechende Leute.
Dass New Brunswick touristisch der Zeit noch etwas hinterherhinkt, machte sich vor allem durch die schlechten Strassen bemerkbar. Wieder folgten wir der Küste und fuhren gegen Süden Richtung Moncton, wo wir von einem heftigen Gewitter erwartet wurden. Als es schliesslich wie aus Kübeln zu schütten begann, steuerten wir in Hillsborough das nächstbeste Bed & Breakfast an, wo wir sehr herzlich empfangen wurden und im Kapitäns-Room übernachteten und unsere Klamotten trockneten.
Selbstverständlich liessen wir uns auch das fantastische Naturschauspiel von den gewaltigen Gezeitenunterschieden hier am Hopewell Rock nicht entgehen und schlugen danach im Nahe gelegenen Fundy N.P. zum ersten Mal auf unserer Reise unser Zelt auf. Auf dem Cooper-Hiking-Trail erkundeten wir den Nationalpark und wanderten durch den aromatisch nach Harz riechenden Wald.
Nach unserem Ausflug zu
den Hopewell Rock's:
Marco beim Schuheputzen
Wieder über Moncton - wo auf für uns unfassbare Weise die Eisenbahn zweimal die 3-spurige Autobahn kreuzt (kein Witz!) - fuhren wir an den östlichsten Zipfel von New Brunswick. Auf der brandneuen Confederation Bridge überquerten wir die Northumberland Strait und landeten schliesslich auf "Potato-Island" oder besser bekannt als Prince Edward Island.
In der Hoffnung, dass die Strassen hier besser als ins New Brunswick sind, schlugen wir unser Zelt in der Malpeque Bay auf und erlebten unsere erste Regennacht. "Hurra, unser Zuhause aus Stoff ist tatsächlich dicht!" Die Hoffnung auf bessere Strassen wurde jedoch am nächsten Morgen, auf unserer Fahrt zur Nordspitze von Prince Edward Island, jäh zerstört. Überall lauerten Schlaglöcher und Bodenwellen und unser Trailer hüpfte regelrecht hinter uns her.
Auf den Klippen von North Cape wimmelte es nur so von Muscheln und kleinen Wasserschnecken und in stoischer Regelmässigkeit sandte der hübsche Leuchtturm sein Signallicht auf's Meer hinaus. Der Küste entlang hoppelten wir auf der waschbrettähnlichen Strassen Richtung Süden, wo wir in West Point gerade rechtzeitig zum atemberaubenden Sonnenuntergang unser Zelt aufschlugen.
Eigentlich hielt uns nichts mehr länger auf dieser von Kartoffelfeldern übersäten Insel und trotzdem entschieden wir uns, für die nächsten zwei Nächte unser Zelt auf einem komfortabel eingerichteten KOA-Campground, in der Nähe des Prince Edward Island N.P., aufzustellen und uns kulinarisch mit fangfrischem Fisch und Hummer zu verwöhnen.
Mit einer riesigen Fähre - wo Motorradfahrer wieder einmal bevorzugt behandelt wurden - setzten wir in die Provinz Nova Scotia über und fuhren auf dem direktesten Weg zur Cape Breton Island. Hier wollten wir in den nächsten Tagen den nordwestlichen Teil der Insel auf dem Cabot Trail erkunden - ein äusserst sehenswerter Küstenabschnitt, wie man uns im Visitorcenter vorgeschwärmt hatte.
Doch dazu kam es leider nicht mehr. Wir kamen am nächsten Morgen gerade mal 20 km weit, als wir in einen folgeschweren Unfall verwickelt wurden und mit dem Krankenwagen zurück nach Port Hawkesbury ins Spital geführt wurden. In einer nächtlichen Krankenwagen-Holperfahrt verlegte man uns noch am selben Abend ins Spital nach Sydney, welches wir jedoch nach zwei Tagen fast fluchtartig wieder verliessen. Zurück in Port Hawkesbury entschieden wir entscheiden, das Angebot von Mary & Paul anzunehmen um uns bei Ihnen in Barrie zu erholen. Per Mietauto fuhren wir nach Halifax und flogen von dort aus nach Toronto zurück.
Am 27. Juli 1999 - ganz genau ein Monat nach unserem Reisestart - wurden wir in Barrie wieder ganz herzlich von unseren Freunden Mary & Paul empfangen, um unsere Verletzungen auszukurieren und ersteinmal wieder auf andere Gedanken zu kommen.