Zelt aufstellen mit Folgen...!
Ein wunderschöner Morgen lachte uns an diesem Samstag entgegen und versprach uns, ein herrlicher Tag zu werden. Nach einem deftigen American-Breakfast mit Bacon, Pancake, Eggs und Toast machten wir es uns am Pool gemütlich und widmeten uns den Hausaufgaben.Plötzlich hatte Marco die absurde Idee, dass wir uns im Zelt aufstellen versuchen könnten- so eine Art Trockenübung- "Okay, let's do it!"
Wir schleppten den ganzen Zeltplunder in den Rasen und machten uns voller Elan ans Werk. Hey, It was very easy und innert kürzester Zeit stand unser neues Zuhause fix fertig in voller Grösse vor uns; einzig die Heringe fehlten noch. Um dem Ganzen noch einen krönenden Abschluss zu geben, rammte Marco mit ein paar flinken Hammerschlägen einen Hering nach dem anderen in den Boden. Voller Vorfreude nahm er den letzten Hering in die Hand, schlug ganz lässig mit dem Hammer darauf und ... "Oh, oh! Was war das?" Eine Wasserfontaine spritzte uns entgegen und wir waren nicht etwa auf Grundwasser gestossen, nein, Marco hatte mit dem letzten Hering mitten in die Wasserleitung der Sprinkleranlage getroffen. Oh Boy! Innert kürzester Zeit pflotschten wir inmitten eines riesigen Sumpfes.
Roland und Marco
beim Freilegen der
defekten Sprinklerleitung
Hektik brach aus. Ich rannte zu Mary und schrie: "hurry, hurry, turn the water off!" Mary konnte kaum glauben, was da geschehen war und rannte zum Haupthahn. Erst gestern waren die Handwerker der Sprinklerfirma hier gewesen, um die Frostschäden des Winters an der Sprinkleranlage zu reparieren und nun das...!
Wir bewaffneten uns mit Schaufel und langen Stecken und zogen los um das Leck zu finden. Marco hatte in der Zwischenzeit schon mit blossen Händen begonnen ein Loch in den Rasen zu buddeln und sah aus wie ein richtiges Schwein.
Im Nu war das defekte Stück Leitung freigelegt und wir sahen, dass Marco einen absoluten Volltreffer gelandet hatte. Der Hering steckte mitten in der Wasserleitung. "Der Kandidat hat 100 Punkte!"
Nur, wie sollten wir das bloss Paul erklären? Wir hatten noch etwas Zeit, um uns eine Entschuldigung auszudenken, da er erst gegen Abend von seinem Eishockey-Spiel zurückkommen würde. Oder sollten wir ganz einfach abhauen...! Nein, wir wollten uns nach einem kräftigen Nachtessen unserem strengen Richter stellen.
Als wir etwas später völlig vollgefressen vom chinesischen "All you can eat - Dinner-Buffet" zurückkamen, war Paul schon da und hatte das Desaster inspiziert. Marco entschuldigte sich aufrichtig (selbstverständlich auf Englisch) für das Missgeschick und bot Paul an, ihm bei der Reparatur der Leitung behilflich zu sein. Kreidebleich und wild gestikulierend lehnte Paul Marcos Hilfe ab.
Mit vereinten Kräften machten wir uns ans Werk und ersetzten das defekte Stück Leitung. Geschafft: Schon nach kurzer Zeit war das Leck geflickt und die Sprinkleranlage funktionierte wieder, als wäre nichts gewesen. "And everybody was happy"!
Übrigens: Unmittelbar neben der Wasserleitung verläuft die elektrische Leitung für die Steuerung der Sprinkleranlage. Das war wohl Glück im Unglück!