Unser erster Kanu-Trip!
Hey, für heute stand Canoeing auf dem Aktivitäts-Programm. Die Sonne lachte schon erwartungsvoll vom Himmel und so packten wir unsere Siebensachen (Fotokamera, Mückenspray und natürlich Sonnenschutz) in wasserdichte Beutel und luden alles, mitsamt der tonnenschweren Food-Kühlbox - welche auf gar keinen Fall fehlen durfte - ins Auto. Wir waren bereit für unseren Big-Trip und los ging die Fahrt Richtung Georgian Bay.Schon seit einigen Tagen quaselte unser Mitstudent Roland etwas von "fishing at the great lake" und obwohl er seine ganze Angelausrüstung mitgeschleppt hatte, nahm ihn niemand so richtig ernst. Well see!
Bei der Kanuvermietstation erwartete man uns schon mit einem Kanu beladenen Trailer. Jetzt gab es kein zurück mehr, jetzt hiess es nur noch: "face your fears, live your dreams!" Wir suchten uns im "Warehouse" ein passendes Paddel aus, schnappten uns eine Schwimmweste (for your safety!), packten den ganzen Karsumpel in den Van und fuhren nochmals einige Kilometer bis zum abgelegenen McCrae-Lake.
Aha, ich wusste doch, dass das ganze einen Haken hat! Von wegen Kanufahren... !? Wir mussten unsere Kanus erst einmal einige Meter tragen, bis wir schliesslich am Wasser waren. Und nun weiss ich auch, woher der Name Kanu-TRIP kommt: "Trip trap trip trap..." so watschelten wir im Gänsemarsch Richtung See. Vor lauter Kanu über dem Kopf konnte ich ausser meinen Füssen absolut gar nichts sehen und sinnigerweise bildete ich die Vorhut unseres Konvois. Im Zickzack ging's schliesslich Vorwärts und als meine Füsse dann endlich Wasser spürten, wusste ich: "Aha, wir sind am Ziel!"
Behende kippten wir die Kanus ins Wasser und ich war von dem Torkelmarsch schon vor dem Start halb Seekrank. Da es für Marco und mich der erste Kanu-Trip war und wir kein Risiko eingehen wollten, stieg Marco zu Mary ins Kanu und ich ruderte zusammen mit Roger los (wer weiss, was das für ein Risiko war!). "Und zuuuu gleich, zuuuu gleich, zuuuu gleich...!" das war Roger's Ruder-Kommando.
Nach einigen Anfangsschwierigkeiten und nassen Paddelschlägen für meinen Steuermann (ha, ha, ha) ging es schliesslich ganz flott vorwärts. "Hey, Land in Sicht!" Schon nach einigen hundert Metern strandeten wir mit unseren Kanus und freuten uns schon auf ein deftiges Picknick. Doch leider freuten wir uns zu früh, denn dies hier war bloss eine Portage (Übergang) zu einem anderen Teil des Sees und so hiess es nochmals: "Kanu huckepack und im Gleichschritt, vorwärts, Marsch!" Von da an war für mich klar: "Never trust a man!"
Uff, das war ganz schön anstrengend und so langsam aber sicher fing mir die Sache an zu stinken, denn eigentlich hatte ich für's Kanu fahren und nicht für's Kanu schleppen bezahlt! Aber als unser Kanu wieder im Wasser gondelte und ich trockenen Fusses darin Platz genommen hatte, waren die ganzen Strapazen schon wieder vergessen.
Und von nun an ging die Post ganz schön ab. Die mühsam umwanderte Stelle war nämlich ein Wasserfall gewesen und nun trieb uns die Strömung des Flusslaufs ganz flott voran "Yupie yeah!" Einige Seemeilen lang hatten wir nichts anderes zu tun als unser Kanu auf dem richtigen Kurs zu halten. Hey, thats easy!
Doch dann mussten wir uns noch einmal so richtig ins Zeug legen und die letzten paar hundert Meter bis zu unserem Zmittag-Rastplatz war nochmal kräftig paddeln angesagt. Das Männerteam Roland und Paul paddelte wie vom Affen gebissen davon; die müssen wohl einen Bärenhunger gehabt haben!
Wir sicherten unsere Kanus an der Uferböschung und machten es uns auf der moosbewachsenen Lichtung gemütlich. Diesen Zmittag hatten wir uns redlich verdient und so stürzten wir uns auf die feinen Hot-Dogs - mit "Schwabel-Schlabber"-Brötchen" - und den Kartoffel- und Kabis-Salat aus der Tetrapackung. Enjoy your lunch!
Während unseres fürstlichen Mahls genossen wir die herrliche Natur, das schöne, warme Wetter und die absolute Ruhe um uns herum. Weit und breit war keine Menschenseele zu sehen und nur ab und zu war der unverkennbare Ruf eines Loonies (Kanadische Ente) oder das verzweifelte platschen und zurren von Rolands Angelrute - bisweilen jedoch ohne Erfolg - zu hören.
Frisch gestärkt und ausgeruht bestiegen wir nun in neuer Besetzung unsere Kanus um noch etwas weiter zu einem hübschen Aussichtspunkt zu paddeln. Diesmal sassen Marco und ich zusammen in einem Boot. Mit gemütlichen Paddelschlägen gondelten wir im Gleichtakt dahin. Doch auf einmal frischte der Wind auf und unser Kanutrip wurde fast zum Horrortrip. Wir paddelten, was das Zeug hielt, doch wegen des unerbitterlichen Gegenwindes kamen wir kaum vom Fleck (It looks like a Trockenübung!).
Als der Wind dann wieder etwas nachliess, war es schliesslich auch mit meiner Kraft und Konzentration zu Ende. So dümpelten wir sichtlich abgekämpft im Zick-Zack über den See und haben somit mindestens das doppelte der eigentlichen Distanz zurückgelegt. Aber damit nicht genug! Eben hatten wir uns wieder etwas von der Plackerei erholt, da "whhhuuuuu..." erfasste eine kräftige Windböe unser Kanu und drehte mit uns eine Pirouette "Marke Denise Biellmann!". Noch etwas "trümmlig" sahen wir uns völlig verwundert an und als wir endlich wieder die Orientierung hatten, bemerkten wir, dass unser Kanu in die völlig falsche Richtung zeigte. Nein, es war noch nicht Zeit zum Umkehren und so brachten wir unser Kanu mit ein paar kräftigen Paddelschlägen wieder in die richtige Position.
Was waren wir froh, als wir endlich den Anlegeplatz erreichten und von den anderen hörten, dass Sie ähnliche Probleme hatten. Zur Entspannung legten wir uns in die Sonne und genossen vom Aussichtspunkt aus einen herrlichen Blick über einen Teil des Sees. Roland versuchte sich währenddessen ein weiteres Mal als "Fisherman" und wir waren echt froh, dass wir nicht auf sein Fangresultat angewiesen waren, ich bin mir sicher, wir wären alle schon längst verhungert.
In der Zwischenzeit flaute der Wind wieder etwas ab und der Rückweg war somit wesentlich unproblematischer. Wir paddelten schön gleichmässig wie ein altes Trapper-Ehepaar der Portage entgegen und hatten jetzt sogar Zeit, die Pflanzen und Tiere im Wasser und am Ufer zu beobachten.
Beim Wasserfall angekommen hatte Roland von der Fischerei noch immer nicht genug. Er konnte und wollte einfach nicht glauben, dass keines dieser Prachtsexemplare bei ihm anbeissen wollte. Während wir uns - vor dem bevorstehenden Portage-Marsch - unsere Füsse im prickelnd kalten Wasserfallwasser kühlten, versuchte Roland sein Anglerglück von Neuem.
Und da, auf einmal ein riesiges Geschrei! Da zappelte doch tatsächlich etwas an Rolands Angel. Wir rannten alle zu ihm hin um uns zu vergewissern, dass er nicht bloss einen alten Schuh an der Angel hatte. "Hey, not bad!" Er hatte einen prächtigen See-Bass (fragt mich bloss nicht, was für eine Art von Fisch das ist, er war glitschig, sah so gelblich-grünlich aus und war ziemlich gross) an Land gezogen und war sichtlich erstaunt ob sich selbst. Petri Heil!
Wir schossen ein Erinnerungsfoto vom stolzen, freudestrahlenden Fisherman und seinem grossen Fang und dann brachte er den armen Fisch ins Wasser zurück und liess ihn wieder davon schwimmen. "Take care Mobby Dick!"
Ein letztes Mal schulterten wir unsere Kanus und latschten über die Portage zum anderen Teil des Sees. Sichtlich müde dümpelten wir unserem Ausgangspunkt entgegen, wo wir bereits vom Kanuvermieter erwartet wurden. Mit einem freundlichen "Hey, nice to see you, how was your trip?" wurden wir empfangen und waren froh, dass uns der Boy von der Vermietstation diesmal bei der Kanu-Schlepperei behilflich war.
Dies war unser erster Kanutrip und obwohl es für uns zwei blutige Anfänger ziemlich anstrengend und teilweise recht aufregend war, konnten wir mit Bestimmtheit sagen, dass dies nicht unser letzter Kanutrip war.
Wir gingen nach diesem erlebnisreichen Tag sehr früh zu Bett und schaukelten uns regelrecht in unsere Träume. "Row, row, row the boat ...!"
Laughter, is the best medicine:
Stephan the co-worker of a canoe-rental received a call at the resort where he worked asking if he rented boats.
"Yes", said Stephan. "We have canoes".
"How many people fit in a canoe?" the customer asked.
"Two or three, depending on their size," Stephan answered.
Obviously unfamiliar with boats, the customer then asked: "Can you waterski behind them?"
"Of course, depends on how fast you can paddle!" Stephan answered.