School Highlights


Mit einiger Verspätung trafen am Samstag Abend drei weitere Studenten (Uschi, Roland und Roger) hier in Barrie ein. Roland war das gleiche Schicksal wie uns widerfahren: Sein Gepäck ist auch nicht angekommen!

Aber nichts desto trotz starteten wir am Montag morgen, pünktlich um 8:30 Uhr mit unserem Englisch-Unterricht. Wir wurden in 2 Klassen aufgeteilt und so waren wir - Roger, Marco und ich - nur zu dritt in einer Klasse. Und was das bedeutet, könnt Ihr Euch vielleicht denken: Genau, mann/frau ist ständig an der Reihe!

Ich kann Euch sagen, nach den ersten vier Stunden Englisch-Unterricht waren wir ganz schön knuffi und damit nicht genug, wir hatten ja auch noch jede Menge Hausaufgaben zu lösen. Genau das war es, was ich in der Schule schon immer so fürchterlich hasste!

Oh nein, auf was hatten wir uns da bloss eingelassen und das ganze 10 Wochen lang!

Aber in den nächsten Tagen zeigten uns Paul & Mary, dass Englisch lernen nicht nur Grammatik- und Wörtli-Büffeln heisst. Wir schauen uns Video-Filme an, hören CD's oder spielen ein Unterhaltungsspiel wie z.B. das Spiel des Lebens, so eine Art Glücksrad: "kann ich bitte den Buchstaben X haben?". Eine gute Möglichkeit, unsere Englisch anzuwenden sind die gemeinsam Ausflüge.

Kenntucky-Fried-Chicken
Fastfood-Party

Marco, Roger, Paul und Mary

Einer dieser Trips führte uns zu den weltbekannten Niagara Falls. Wir freuten uns alle ganz riesig auf dieses Naturereignis, da man diese Attraktion als waschechter Kanada-Tourist einfach gesehen haben muss. Doch leider wurde unser Niagara Falls-Trip zum absoluten "R(h)einfall"-Trip!

Das Wetter war so was von schlecht (Regen, Nebel und saukalt), dass wir von den imposanten Wasserfällen rein gar nichts sahen und uns mit dem ohrenbetäubenden Tosen der in die Tiefe stürzenden Wassermassen zufrieden geben mussten. Völlig durchnässt und frustriert fuhren wir wieder nach Hause.

Um so schöner war dann aber ein paar Tage später unser nächster Ausflug der uns zum CN-Tower in Toronto führte. Das Wetter war einfach traumhaft schön und wir genossen die herrliche Aussicht vom höchsten Turm der Erde über ganz Toronto. Es war lustig zu sehen, wie einige Leute beim Gang über den Glasboden in der Kuppel zu taumeln begannen; nicht jeder-mann/-frau war in dieser Höhe schwindelfrei!

Neben all diesen Aktivitäten und Hausaufgaben haben wir jedoch immer noch genügend Zeit für ein Tischtennis oder Tischfussballspiel (Jöggelen) und nach einem harten Match machen wir es uns im Hot Tub (Whirlpool) gemütlich. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die Spielfilme im Fernseher: "Immer dieser Filme zwischen den Werbespots!" (Ha, ha, ha) und wir müssen noch verflixt Mühe geben, dass wir das eine oder andere von dem Film verstehen.

Seit einigen Tagen haben wir so herrliches Wetter, dass wir unsere Hausaufgaben draussen im Garten erledigen können und zwischendurch springen wir in den Pool um unsere erhitzten Köpfe abzukühlen. Abkühlen ist wohl etwas übertrieben gesagt, denn Crazy-Paul hat das Wasser im Pool auf 28 ° geheizt! Ach ja, und da ist dann auch noch dieser Baracuda, mit dem wir den Pool teilen müssen (very dangerous!) Ha, ha, ha, der Baracuda ist nicht etwa dieser gefährliche Raubfisch sondern eine Art Pool-Staubsauger, der den ganzen Tag im Wasser herumfrässt und den ganzen Schmutz auffrisst.

Englisch-Schule in Barry. Hier lässt sich's lernen!!!

Apropos "fressen": Bei einem unserer gemeinsamen Mittagessen hatte Paul die Idee, dass wir am Abend zusammen ins Kino gehen und uns irgend so ein Funny-Movie reinziehen könnten. "Hey, sounds good!" riefen wir alle begeistert und so klemmten wir uns nach dem Lunch schleunigst hinter unsere "Ufzgi" (Hausaufgaben).

Die Zeit verging wie im Flug und auf einmal kam in unserer gemütlichen Studentenwohnung Hektik auf. Es war höchste Zeit zum gehen, doch keiner von uns war auch nur annähernd parat. Die einen rannten noch im Jogginganzug durch die Gegend, den anderen steckte noch der Z’nacht im Mund und der Letzte mühte sich immer noch mit diesen verflixten Gramatikregeln ab.

Hurry, hurry schrien Paul & Mary und wir rannten wie die Ameisen in unserem Bau hin und her. Schliesslich schafften wir es doch noch, eine gute halbe Stunde vor Filmbeginn im Kino zu sein. Als waschechte Schweizer wollten wir auf jeden Fall die besten Plätze haben.

Und ich kann Euch sagen, wir hatten ausserordentliches Glück, denn im Kino sassen bereits schon zwei ältere Leute (ha, ha, ha)! Wir sahen uns etwas verwundert an und setzten uns erwartungsvoll, mit einem riesigen Sack Popcorn (American-Size) und einer ebenso grossen Cola, in die weichen Kinosessel (sleep well!).

Pünktlich um 19:00 Uhr startete die Privatvorführung und schon nach den ersten paar Minuten waren wir sicher, dass wir uns für den richtigen Film entschieden hatten. Wir hielten uns die Bäuche und schrien vor Lachen. Was waren wir froh, dass nicht mehr Leute im Kino waren, wahrscheinlich hätte man uns sonst rausgeschmissen!

Doch auf einmal: "Knack!", was war das?! Ich hatte mir soeben genüsslich eine handvoll Popcorn in den Mund gestopft, biss einmal kräftig zu und in diesem Moment verabschiedete sich einer meiner Stockzähne! Ab sofort hatte ich nichts mehr zu lachen. Mit meiner Zunge konnte ich fühlen, dass hinten rechts ein grosses Stück eines Zahnes fehlte und in Gedanken sah ich ein riesiges Loch in unserer Reisekasse klaffen.

Just in diesem Moment wurde es schwarz auf der Leinwand und Sekunden später ging das Licht an. Nein, es war nicht etwa wegen meines abgebrochenen Zahnes und es gab auch keine Glace-Pause, sondern der Manager kam herein und entschuldigte sich für die Schwierigkeiten, die sie in diesem brandneuen Kino (ca. ½ Jahr alt) mit den Projektoren hätten (die liebe Technik). Ohne grosse Diskussion drückte er jedem von uns 2 Freitickets in die Finger und bat uns ganz einfach, ein andermal wieder zu kommen.

Na ja, etwas enttäuscht waren wir schon, dass dieser lustige Film nach einer guten Stunde schon zu Ende war, doch das Angebot des Managers gefiel uns auch ganz gut. Mal sehen, vielleicht klappt’s ja beim nächsten Mal besser. Don’t worry!

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